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Schloss Wildeck
Adresse:
Schloss Wildeck 109405 Zschopau

Telefon: +49 (0)3725 287170

Fax: +49 (0)3725 287180

Öffnungszeiten Schloss & Museen:

April bis Oktober

Mo.

10.00 - 17.00 Uhr

Di.

10.00 - 17.00 Uhr

Mi.

10.00 - 17.00 Uhr

Do.

10.00 - 17.00 Uhr

Fr.

10.00 - 17.00 Uhr

Sa.

10.00 - 17.00 Uhr

So.

10.00 - 17.00 Uhr

November bis März

Mo.

10.00 - 16.00 Uhr

Di.

10.00 - 16.00 Uhr

Mi.

10.00 - 16.00 Uhr

Do. 10.00 - 16.00 Uhr
Fr. 10.00 - 16.00 Uhr
Sa. 10.00 - 16.00 Uhr
So. 10.00 - 16.00 Uhr

Schließtage: 24./25./31.12.


Öffnungszeiten Schlossgarten:

April - Okt.   

10.00 - 18.00 Uhr

Nov. - März

10.00 - 16.00 Uhr

Bürgerbüro / Touristinfo
Adresse:
Altmarkt 209405 Zschopau

Telefon: +49 (0)3725 2870

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Webseite: http://www.zschopau.de

Öffnungszeiten:

Mo.

09.00 - 15.00 Uhr

Di.

09.00 - 18.00 Uhr

Mi.

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(Ämter der Stadtverwaltung geschlossen)

Do.

09.00 - 17.00 Uhr

Fr.

09.00 - 14.00 Uhr

Sa.

(nur das Meldeamt nach Terminvereinbarung)

Montag, Dienstag und Donnerstag ist das Bürgerbüro von 12.00 bis 13.00 Uhr geschlossen.

  • Schloss07

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Schloss Wildeck - Geschichte - Teil IV

IV. Lucas Cranach d. Ä., Das Turnier mit dem Simson-Teppich, Holzschnitt 15094

Es muss eine wahre Augenweide gewesen sein. Pauken und Trompeten waren auch dabei. Nicht weniger kostbar ging es bei den Jagden her: Die Jagdspieße, Saufedern, Hirschfänger und Armbrüste waren edelstes Kunsthandwerk mit feinen Ziselierungen und Einlegearbeiten.
 
Schloss Wildeck im Schatten der Augustusburg
 
Derartigen Glanz hat Schloss Wildeck wohl niemals wieder in seinen Mauern gesehen. Nach dem frühen Tode des Kurfürsten Moritz und vollends nach der Erbauung des Schlosses Augustusburg 1568-72 scheint Schloss Wildeck nicht mehr der Schauplatz festlicher kurfürstlicher Jagden gewesen zu sein - zumindest erfahren wir nichts darüber. Als zum Beispiel Kurfürst Christian II. im Jahre 1603 mit seiner Frau Hedwig und seinem Bruder Johann Georg durch Zschopau reiste, ließ er sich auf dem Marktplatz huldigen - und strebte weiter nach Annaberg, um im oberen Erzgebirge zu jagen. Auch als Kurfürst war Johann Georg I 1625 öfter auf der Durchreise in Zschopau. Aber er ging, um zu jagen, mit seinem Hofstaat auf die größere und komfortablere Augustusburg. Die Kurfürstin Sibylla von Brandenburg war unterdessen zur Kur in Wiesenbad, wo sie der Kurfürst öfter besuchte. Um ihr näher zu sein, verlegte er später sein Jagdrevier mehr in die oberen Gebirgsregionen. Dennoch nutzte er das Jagdschloss Wildeck nicht als Standquartier.
 
Der Bärengarten

Der Jagd und dem Wald verbunden blieb Schloss Wildeck freilich Jahrhunderte lang. So gehörte zu dem Jagdschloss auch ein Bärengarten, der an der Westseite des Schlosses eingerichtet wurde. Es ist noch nicht so lange her, dass man dort Teile eines Bärenskeletts gefunden hat. Dicht dabei wohnte unten in der heutigen Johannisstraße der Scharfrichter und Abdecker, dessen Obhut die Tiere anvertraut waren. Das kurfürstliche Hobby war keineswegs ungefährlich, und man kann sich die Angst und den Schrecken vorstellen, wenn es hieß: "Der Bär ist los!" Hatte er doch Anno 1608 drei Menschen auf einmal getötet! Das letzte Mal setzte man 1754 einen jungen Bären in den Zwinger, doch als auch dieser 1757 durch die Fahrlässigkeit eines Reitknechts auskam, machte man kurzen Prozess: Der Bär wurde erschossen. Mit der Bärenhaltung war es nun vorbei. 1765 wurden die dafür eingesetzten landesherrlichen Zuschüsse gestrichen und für die Erhaltung des Röhrwassers im ehemaligen Bärengarten und die Erneuerung seiner Mauern bestimmt. Heute lustwandeln dort zwischen Blumenrabatten die Gäste des Schlossgartens, und einen kleinen Brunnen gibt es auch wieder.
 
Cornelius v. Rüxleben und andere hohe Herren

Sitz der Oberforst- und Wildmeisterei blieb das Schloss bis 1911. Der berühmteste Oberforst- und Wildmeister war Cornelius v. Rüxleben. Als er noch Günstling des Kurfürsten August (des "Vater August") war, erbaute er sich 1561 das Edelhaus mit dem schönen Renaissanceportal und der Freitreppe am Altmarkt. Heute ist es das zweite Rathaus der Stadt Zschopau. Auch die späteren Amtsnachfolger residierten durchaus nicht immer im Schloss Wildeck, ja oft nicht einmal in Zschopau. Sie ließen die Geschäfte vielmehr durch ihre Forstschreiber, die ebenfalls adligen Standes waren, besorgen. 1725 wird für sie der Westflügel des Schlosses umgebaut. 1754 hat es dort gebrannt. Beim Wiederaufbau wird das ausgebrannte Obergeschoss abgetragen und durch ein Mansardendach ersetzt.
 
Zar Peter I. in Zschopau

Erlauchten Besuch durch gekrönte Häupter hat Zschopau immer wieder gehabt. Meist aber befanden sich die hohen Herren nur auf der Durchreise. Schlimm war es, wenn sie in Kriegszeiten mit ihren Regimentern durchzogen. Nur gelegentlich und nebenbei spielt Schloss Wildeck dabei eine Rolle. Zar Peter I. - in den Jahren 1699, 1711 und 1712 auf der Durchreise zum Kuraufenthalt in Karlsbad - musste bei einer dieser Reisen in Zschopau seinen Wagen reparieren lassen. Während der Wartezeit speiste sein Gefolge im Schloss Wildeck, der Zar selber im "Weißen Rößgen" - da war es vornehmer. Heute residiert dort die Polizei … Anschließend ließ sich der Herrscher aller Reußen die Technik des Strumpfwirkens vorführen.

Das königliche Amtsgericht und königliche Besuche
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1821 bekommt das Schloss eine neue Funktion: Das königliche Amtsgericht Zschopau wird in das Schloss verlegt. Trotzdem wohnen die Oberforstmeister weiter im Westflügel, und als der Prinzregent Friedrich August auf einer seiner längeren Reisen durch das Land Anfang Oktober 1832 drei Tage auf Schloss Wildeck weilt, gilt sein Besuch nicht dem Amtsgericht, sondern dem Oberforstmeister v. Manteuffel. Die beiden waren gut miteinander bekannt. Am 18. September 1838 speiste der nunmehrige König wiederum auf dem Schloss bei Herrn v. Manteuffel. Diesmal hatte er auch die Königin Maria Leopoldina mitgebracht. Anschließend gab Seine Majestät dem hiesigen Frauenverein die Ehre - natürlich nicht im Schloss. Auch als König Albert am 17. August 1877 Zschopau besuchte, ist das Schloss nur ein Teil seines umfangreichen Besichtigungsprogramms, und möglicherweise nicht einmal der wichtigste. Sein Besuch galt auch nicht dem alten Gemäuer als solchem, sondern den königlichen Ämtern im Schloss: Der Oberforstmeisterei und dem Gerichtsamt. Für das Gericht hatte man zudem verschiedentlich neu gebaut. Ob man dem König das 1852/53 an den Westflügel angebaute Gefängnis und den Gefängnishof gezeigt hat? Eher wohl den 1870 neu erbauten Trakt am Ostflügel, wo sich die Amtsräume und der Verhandlungssaal befanden. Das festliche Frühstück mit dem König fand jedenfalls nicht im Schloss, sondern im "Hotel Stadt Wien" statt - so nannte sich jetzt der alte Gasthof "Zum weißen Rößgen". Man war inzwischen etwas Besseres geworden.

 
 
 
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