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Bürgerbüro
Adresse:
Altmarkt 209405 Zschopau

Telefon: +49 (0)3725 2870

Fax: +49 (0)3725 287222

Webseite: http://www.zschopau.de

Öffnungszeiten Bürgerbüro
Mo.

09.00 -  15.00 Uhr

Di.

09.00 - 18.00 Uhr

Mi.

09.00 - 14.00 Uhr

Do.

09.00 - 17.00 Uhr

Fr.

09.00 - 13.00 Uhr

Motorradausstellung

Rasmussen
Die Motorradausstellung in unserem Schloss zeigt in beeindruckender Weise die Gründung des DKW-Werkes durch den Dänen Jörgen Skafte Rasmussen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Mit seiner unternehmerischen Weitsicht und findiger Mitstreiter gelang es ihm, den Zweitaktmotor "hoffähig" zu machen und eine Vielzahl von Motorradmodellen auf den Markt zu bringen. So entwickelte sich die Firma zwei Jahrzehnte nach Gründung zum weltweit größten Motorradwerk.


Den Mittelpunkt unserer Ausstellung bildet die neugestaltete "Sammlung Rasmussen", in der wertvolle historische Motorräder, Stationärmotoren, Unikate und persönliche Gegenstände aus der Gründerzeit von DKW präsentiert werden. Die Exponate sind das Ergebnis jahrelangen Sammelns und Restaurierens durch Herrn Jørgen Skafte Rasmussen in ehrenvollem Gedenken an seinen Großvater und DKW-Firmengründer. Mit der vertrauensvollen Übergabe der Sammlung an die Stadt Zschopau und damit an ihren Ursprungsort sind sie ein Abbild einstigen Könnens von Ingenieuren und Arbeitern unserer Region, das es weiter zu bewahren gilt.

Die Ausstellung zeigt weiterhin einen Großteil der Produktpalette von MZ - so sind viele der bekannten Serienmotorräder, aber auch Enduro- und Straßenrennmaschinen zu sehen.

Als Besonderheit gilt eine Videowand, an der die Besucher viele Filme über die Geschichte von DKW, MZ und auch Zschopau anwählen und in die phantastische Welt der Motorräder eintauchen können.

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Rennsport

MZ (MuZ) und der Rennsport

Rennsport03

Der Motorradstraßenrennsport hat im Zschopauer Motorradbau schon immer eine ganz besondere Rolle gespielt. Bevor die Produktion der ersten Zschopauer Motorräder "Reichsfahrtmodell" richtig in die Gänge gekommen war, heimsten Rasmussens Werkfahrer bereits erste Lorbeeren auf der Berliner Avus ein, als sie in einem gut besetzten Rennen die Plätze 1-3 belegten.
Nicht viel anders war die Situation nach dem 2. Weltkrieg als einige Unentwegte in Zschopau sich schon wieder mit Rennsport beschäftigten, obwohl an den Beginn einer Serienproduktion (1950) noch nicht zu denken war. Von den ersten 3 unter allergrößten Schwierigkeiten entstandenen Motorrädern wurde sofort eines zur Rennmaschine umgebaut.

Bei der am 01.07.1992 gegründeten Fa. MuZ war das auch nicht viel anders. Im Dezember 1992 wurden auf der Motorradausstellung in Birmingham die beiden Neukonstruktionen "Skorpion Sport" und "Skorpion Tour" vorgestellt und bereits 10 Monate später, an eine Serienproduktion war noch nicht zu denken, rollte die erste Renn-Skorpion an den Start, im britischen Donington Park.
Geschäftsführer Petr-Karel Korous gab kurzerhand ein vom Designer aufgebautes Motorrad "Skorpion Sport" zu einem englischen Tuner und nach ca. 3 Wochen übernahm der englische Rennfahrer Mike Edwards die erste Renn Skorpion um am Rennen der europäischen Supermonoelite im Donington Park teilzunehmen. Es war ein wunderschönes Gefühl nach so vielen Jahren der Abstinenz wieder eine Zschopauer Rennmaschine am Start zu sehen.

Entsprechende Begeisterung zeigten auch viele englische Fans der Zschopauer Motorräder. Englands berühmtester Streckensprecher bei Motorradrennen, Fred Clark, verkündete dann auch sehr lautstark den zahlreichen Zuschauern an der Strecke: Sie sind wieder zurück! Und dann erfolgte eine umfangreiche Aufzählung berühmter Männer wie Walter Kaaden, Ernst Degner, Mike Hailwood und Alan Sheperd - rund um die MZ. Mike Edwards erreichte schließlich einen 7. Platz in der europäischen Elite und damit konnten die Männer von MuZ mehr als zufrieden sein. Der Auftakt war gelungen.
Mit verbesserten Fahrzeugen trat das MuZ Team 1994 an und durch Mike Edwards gab es schon die ersten Siege in Brands Hatch, Cadwell Park und Truxton und am Schluss der Saison reichte es zur englischen Vizemeisterschaft.

In Deutschland gab es durch den Crailsheimer Hans Peter Meyer 2. Plätze in Brünn und Frohburg. Der Anfang war gemacht. Für 1995 wurde die Renn Skorpion überarbeitet. Leider wurde diese Saison alles andere als gut. MuZ Werksfahrer Hans Peter Meyer hatte zu Saisonauftakt auf dem Nürburgring einen Sturz und fiel für Monate aus. Sporadisch wurde mit Elli Bindrum eine junge Frau aus Hambach in Franken eingesetzt. Sie erreicht bei einem Rennen in Barcelona Platz 2 und dokumentierte damit am Ende der Saison die Leistungsstärke der Renn Skorpion 1995. Für 1996 wurde eine neue Rennmaschine entwickelt. Die Geschäftsführung hatte den Spezialisten etwas mehr Spielraum eingeräumt, indem das neue Rennmotorrad nicht mehr in allen Teilen den Skorpion Sport entsprechen sollte.

Rennsport02Der Winter im Erzgebirge war wie gewöhnlich lang und unbarmherzig und die beiden Tests in Spanien und Italien fielen mehr oder weniger dem Regen zum Opfer. Als es dann zum ersten Lauf des Europäischen Supermono Cup nach Misano/Italien ging, wusste die Renntruppe nicht genau, woran sie war.

Trotzdem gelang Elli Bingrum mit Platz 7 ein Achtungserfolg. Im zweiten Rennen in Donington fuhr Mike Edwards der Konkurrenz auf und davon und erreichte so den ersten Sieg der Saison. Elli erreichte wiederum Platz 7. Beim 3. Lauf in Hockenheim fuhr der Hohenstein-Ernstthaler Rigo Richter die MuZ auf "Poleposition". Elli Bindrum spielte ihre Streckenkenntnisse aus und fuhr auf einen sensationellen 2. Startplatz. Leider verheizte Rigo Richter die Kupplung schon in der Besichtigungsrunde und konnte so nicht starten. Elli Bindrum zeigte auch im Rennen keinerlei Respekt vor "großen Männern" und errang einen nicht erwarteten 2. Platz, hinter Michi Rudroff, einem renomierten "Superbiker". Der 5. Lauf zum Europäischen Supermono Cup wurde in Brünn ausgefahren. Wieder erhielt der Hohenstein-Ernstthaler Rigo Richter eine Chance, und nutzte sie großartig.

In allen Trainingssitzungen fuhr er Bestzeit und gewann auch das Rennen ganz überlegen. Elli Bindrum erreichte den 4. Platz. Der 6. Lauf im britischen Brands Hatch war so etwas wie der absolute Saisonhöhepunkt. Mike Edwards fuhr Bestzeiten am laufenden Band, gewann das Rennen und stellte einen neuen Rundenrekord für die Supermonoklasse auf. Elli kam in einem spannenden Rennen auf Platz 6. Beim 7. Lauf in Assen siegte wiederum ganz überlegen Rigo Richter und Elli festigte ihre gute Gesamtplazierung mit Rang 3.
Beim Saisonausklang in Albacete/Spanien war der Ausgang über den Gesamtsieg des Europa Cups noch völlig offen. Der Japaner Minoda, die Briten Cathcart und Ruth und die Deutsche, Elli Bindrum, hatten die besten Chancen. Also wurde gepokert und taktiert, was das Zeug hielt. Das Rennen gewann, und es war sein 3. Sieg in der laufenden Serie, Rigo Richter. Minoda belegte Platz 2 und Elli Platz 3. In der Gesamtwertung langte es für Minoda zum Cupgewinn vor Alan Cathcart und Elli Bindrum. Eine großartige und nicht erwartete Platzierung für die junge Frau aus Deutschland auf ihrer MuZ. In 8 Rennen 5 Siege für MuZ und das schnellste Motorrad der gesamten Saison.

Rennsport01Auch 1997 wurde im Rahmen der Superbike Weltmeisterschaft der Europäische Supermono Cup ausgefahren. In der Gesamtwertung belegten der Hohenstein-Ernstthaler Andre Friedrich Platz 2 und Elli Bindrum Platz 3. Alan Cathcart aus England gewinnt in Daytona, USA, den "Single Grand Prix" auf der Werks MuZ. Von 1997 bis 2002 wurde von MuZ, ab 1999 erfolgte die Rückbenennung in MZ, ein Marken Cup für Skorpion Motorräder im Rahmen der Internationalen Deutschen Meisterschaft ausgeschrieben. Diesen gewann in der ersten Saison Rony Wehran aus Hohenstein-Ernstthal. 1998 war der Bayer Paul Maria Listl erfolgreich, und MZ Cup Sieger 1999 wurde Jan Stecher vom Sachsenring. Im Jahr 2000 fiehl die Entscheidung erst auf den allerletzten Metern des letzten Rennens, als der dänische Praktikant bei MZ, Rikko Stendevad den Fuldaer Christian Nau knapp bezwingen konnte. 2001 und 2002 gewann der Bischofswerdaer Carsten Freudenberg. Die Pressemitteilung, dass MuZ 1998 in die Klasse bis 500 ccm des Grand Prix einsteigen wird, schlug wie eine Bombe ein, zumal ab 1998 auch wieder WM-Läufe auf dem neuen Sachsenring stattfinden sollten - nach 25-jähriger Abstinenz!

Doriano Romboni, Italien, gelang beim Saisonauftakt in Suzuka, Japan, ein großartiger 12. Platz und die ersten 4 WM-Punkte für das MuZ Team. Leider verletzte er sich beim Rennen Nr. 2 in Malaysia und fiel mit gebrochenem Kahnbein für die weitere Saison aus. So musste Testfahrer Eskil Sutter aus der Schweiz ran, der auf dem Sachsenring Platz 13 erreichte und von den Fans wie ein Sieger gefeiert wurde. In Brünn steuerte er mit Platz 14 noch 2 weitere WM-Punkte bei.
Für die Saison 1999 kamen der Holländer Jürgen van de Goorbergh und sporadisch Luca Cadalora zum Einsatz. Van de Goorbergh schaffte in Barcelona und Brünn auf der Viezylinder Zweitakt MZ zweimal sensationell die "Poleposition" - konnte seine hervorragenden Trainingsergebnisse im Rennen aber nicht umsetzen. Cadalora gelang am Sachsenring ein vorzüglicher 3. Rang im Training, im Rennen aber total übermotiviert ein spektakulärer Abflug. In der Saison 1999 kamen auch noch Simon Crafar, Anthony Gober und Noriyasu Numata zum Einsatz. Insgesamt wurden 64 WM-Punkte eingefahren, die MZ einen 5. Platz in der Marken WM einbrachten. Ende des Jahres wurde der GP-Einsatz beendet.

Seit der Markteinführung der Baghira gibt es bei MZ auch wieder Aktivitäten im Enduro Sport. 1996 beteiligt sich Mike Heydenreich mit dem Prototyp der Baghira erfolgreich am November-Enduro "In und um Zschopau". 1997 startet Jörg Hübler mit seiner serienmäßigen Baghira bei "Rund um Zschopau" und belegt in seiner Klasse Platz 2. Mit dem Prototyp einer 400er Enduro beteiligt soch Jörg Hübler, der inzwischen zum Versuchsleiter bei MZ avancierte, an der Offroad Challenge und an der German Cross Country Challenge. Bei der absolut schwierigsten "Rund um Zschopau" Veranstaltung der Neuzeit 2002 gelang ihm mit der MZ 400 Enduro ein Klassensieg.

MZ stellt mit Gunter Scheidhauer 2000 auf einer Baghira auch den Bergkönig von Rachau/Österreich.
Für 2002 wurde von MZ im Supermoto ein völlig neuer Youngster Cup ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt, Fahrer mit einer J-Lizenz des DMSB ab 12 Jahren, in Ausnahmefällen aber auch schon ab 10 Jahren. Die maschinelle Basis: Motorräder MZ 125 SM - in Cupausführung.
Dieser Cup wurde schon im ersten Jahr ein voller Erfolg und sah in dem 13-jährigen Joshua Sommer einen würdigen Sieger. Bei MZ wird man auch in den nächsten Jahren am "MZ Youngster Cup" festhalten und damit einen ganz wesentlichen Beitrag zur Heranbildung von motorsportlichem Nachwuchs leisten.


Die Wiederbelebung des Enduro Sports in Zschopau - eine Erfolgsstory

Rennsport04Mit der Durchführung des 1. Weltmeister- schaftslaufes von "Rund um Zschopau" im Juni 1990, eine Woche vor der Einführung der D-Mark auf dem Gebiet der DDR, war für viele Enduro Fans das Thema "Rund um Zschopau" ein für allemal abgeschlossen. Zu drastische Veränderungen waren in der Wirtschaft dieser Region vor sich gegangen. Wer wollte ein solch großes Risiko auf sich nehmen? Aber ausgerechnet drei junge motorsportbegeisterte Witzschdorfer, Gründungsmitglieder des späteren Enduro- und Mountainbike Club Witzschdorf e.V. hatten, als die stärksten Nebel der politischen Wende verzogen waren, die Idee, 1992 eine Offroadveranstaltung für junge Leute mit Serienmotorrädern zu organisieren. Vorerst standen die motorsportbegeisterten Jugendlichen mit ihrer spontanen Idee allein auf weiter Flur, nichtsahnend was noch auf sie zukommen sollte.

Gegen viele Vorbehalte, Vorurteile und Bürokratie ankämpfend, gelang ihnen in den folgenden Jahren eine legale behördlich genehmigte Trainingsstrecke für Enduro- und Motocrossfahrer zu etablieren.
Im November 1993 fand die zweite Auflage der "Witzschdorfer" Geländefahrt statt. Immerhin gingen schon 50 Fahrer an den Start auf eine 20 km Runde Witzschdorf -Dittmannsdorf. Der organisatorische Aufwand hatte beträchtlich zugenommen. Längst lief noch nicht alles rund. Zu unerfahren waren die jungen Veranstalter. Aber ihr Enthusiasmus riss alle mit und ließ auch die Fahrer über manche Unzulänglichkeit hinwegschauen.
Das November Enduro 1995 wurde zu einem echten Prüfstein für alle Beteiligten und es wird ihnen wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Die Organisatoren hatten eine 40 km lange Strecke, gespickt mit vielen Schwierigkeiten, ausgesucht.

Als über Nacht ein plötzlicher Wintereinbruch mit 20 cm Neuschnee kam, schien die Veranstaltung unterzugehen. Aber die Veranstalter organisierten und improvisierten, so dass bei verkürzter Strecke die "Winterfahrt" für Fahrer und Zuschauer trotzdem zu einem Erlebnis wurde. Hier hatten die Organisatoren wohl auch etwas Glück der Tüchtigen auf ihrer Seite.
Für 1996 setzte der EMC neue Maßstäbe. Insgesamt 180 Fahrer gingen an den Start - das war Teilnehmerrekord. Die Durchführung erfolgte nach dem Reklament der Obersten Deutschen Motorsportkommision. Die Strecke wurde auf 60 km pro Runde verlängert. In Zusammenarbeit mit den befreundeten Clubs, wie zum Beispiel dem MC Amtsberg e.V., dem MSC Zschopau e.V., dem Offroad Club Hilmersdorf, dem MCV MZ Zschopau und dem AMV Chemnitz, war es möglich, die anstehenden Aufgaben gleichmäßig zu verteilen, um diese doch schon beträchtlich große Veranstaltung organisatorisch gut über die Bühne zu bringen. Ca. 25.000 begeisterte Zuschauer übertrafen alle Erwartungen.

Für 1997 wurde bei der OMK ein Antrag auf Durchführung des Endlaufes zur Deutschen Enduromeisterschaft gestellt. Dies war eine noch größere Herausforderung für die Organisatoren. Die offizielle Bezeichnung der Veranstaltung: 5. Internationales November-Enduro, Finale zur Deutschen Meisterschaft A/I Lizens und Fahrt um den Erzgebirgs Cup. 250 Fahrer gingen auf einen ca. 65 km langen Rundkurs, der ganz einfach "gehobenes Zschopauer Niveau" hatte. Da auch um die Sächsische Meisterschaft gefahren wurde, waren eine Vielzahl regionaler Enduro Fahrer am Start.
Mit der Veranstaltung 1998, die ebenfalls als Finallauf durchgeführt wurde, kam letztmalig der Titel November-Enduro zum Einsatz. Erstmals erfolgte die Einbindung des Trophy Senioren Wettbewerbs.
Um den immen höheren Anforderungen gerecht werden zu können, wurde am 06.05.1999 der Motor Sport Club "Rund um Zschopau" e.V. im ADAC als eine Vereinigung der Ortsclubs ins Leben gerufen - gedacht als eine Organisation zur Vorbereitung und Durchführung von Motorsportveranstaltungen.

Erstmals wird der Name "Rund um Zschopau" wieder für die Veranstaltung genutzt. Durch den Titel "Internationale Deutsche Enduro-Meisterschaft" erfährt die Veranstaltung in Zschopau eine weitere Aufwertung - denn ganz automatisch kommen damit mehr internationale Spitzenleute des Enduro Sports nach Zschopau. Im Trophy Senioren Wettbewerb traf das Ex-DDR-Trophyteam auf die BRD, Schweden, die Schweiz, Italien Österreich und auf eine sogenannte Weltauswahl. Erstmals wurde auch ein Damenpokal ausgefahren.
Auch 2000 ist der Lauf in Zschopau Finallauf zur Deutschen Meisterschaft. Das Startfeld wird wiederum ausgeweitet. Es ist fast alles in Zschopau am Start, was international im Enduro Sport Rang und Name hat - Schweden, Finnen, Italiener, Tschechen, Australier und natürlich alle deutschen Spitzenfahrer.
Man legt einfach Wert darauf, in Zschopau an den Start gehen zu können. Erstmalig wird eine Transponder Zeitmessung eingesetzt, die eine exakte Zeitmessung garantiert und die Voraussetzung für eine zügige Ergebnisvorlage ist.

Rennspoert05Die Zschopauer Geländefahrt mit einer jahrzehntelangen Tradition, bekannt für perfekte Organisation, anspruchsvoller Streckenführung, einem begeisterungsfähigen und fairen Publikum - das ist Enduro Sport vom Feinsten und das hat sich inzwischen in der Enduro Welt rumgesprochen.
Spätestens im Jahr 2000 durften die drei motorsportbegeisterten Witzschdorfer ein bisschen stolz auf sich sein, denn schließlich hatten sie ja die "Lawine" losgetreten, auch wenn von den Anfängen nichts mehr geblieben ist. Heute gibt es ein schlagkräftiges kampferprobtes Organisationsteam und Hunderte von Helfern, die alle mit dem Herzen dabei sind. Unterstützung finden die Organisatoren aber auch auf dem Landratsamt, den Gemeinden, der Stadt Zschopau - und ganz besonders wichtig - bei den Grundstückseigentümern.
Die Veranstaltung "Rund um Zschopau" ist in den letzten Jahren ständig gewachsen und so ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass für 2004 ein Enduro Weltmeisterschaftslauf nach Zschopau vergeben wurde.

Große Aufgaben und unendlich viel Kleinarbeit stehen an. Aber alles das sollten die Organisatoren, die, und das ist wohl auch so eine Zschopauer Spezialität, freundschaftlich zusammenarbeiten, eher beflügeln, denn sie sollten wissen, die Enduro Welt blickt auf Zschopau!

 

Geschichte

Liebe Motorradfreunde,
liebe Gäste unserer Motorradstadt Zschopau,

ich würde mich freuen, Sie in der Ausstellung "MotorradTräume" in den historischen Mauern des Schlosses Wildeck begrüßen zu dürfen. Unsere Stadt, einst Wiege und Hochburg der Motorradherstellung in Deutschland, ist sehr stolz, Ihnen einen solchen schönen und repräsentativen Abriss der Historie des Zschopauer Zweitaktmotorradbaues zeigen zu können.

Als der Däne Jörgen Skafte Rasmussen im Jahr 1907 eine Maschinenfabrik im Tal der Dischau gründete, ahnte noch niemand, welch technische Meisterleistungen hier einmal entwickelt werden würden:

1915 die Konstruktion des Dampfkraftwagens unter der erstmaligen Verwendung der Bezeichnung DKW, der Zweitakt-Spielzeugmotor "Des Knaben Wunsch" 1918 bis hin zu seiner Weiterentwicklung zum Fahrradhilfsmotor "Das kleine Wunder".

1922 war dann die Sternstunde und das erste Zweitaktmotorrad wurde produziert. Damit begann der traditionsreiche Weg eines Fahrzeuges, das seinen Liebhabern mehr ist, als ein bloßes Fortbewegungsmittel, das fast schon eine Weltanschauung ist und die Leidenschaft dazu viele verbindet.

Produktionszahlen von 60.000 Stück im Jahr 1929 oder 92.000 im Jahr 1975 ließen das Motorradwerk zeitweise zur größten Motorradfabrik der Welt werden. Weiterhin berühmt sind auch die sportlichen Erfolge auf den Maschinen aus Zschopau, die mit den Siegen der internationalen Sechs-Tage-Fahrten 1963-1967 / 1969 sowie 1987 ihren Höhepunkt erreichten.

Verschiedene Exponate geben allen Interessierten vielfältige Gelegenheit, sich über die Geschichte des Motorrades und der vielen Menschen, die daran beteiligt waren und die - wie man sagt - "Benzin" in den Adern haben, zu informieren.

Inzwischen hat sich so manches verändert, das Motorradwerk gibt es in unserer Stadt nicht mehr. Aber Zschopau verbinden auch heute noch viele Menschen mit dem Motorrad und seiner Entwicklung. Ich halte es deshalb für sehr wichtig, dass die Tradition gerade in unserer immer noch motorsportbegeisterten Region gebührend gepflegt wird.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei allen, die durch ihren engagierten Einsatz, ihre Ideen und ihre Leigaben zum Gelingen dieser "traumhaften" Ausstellung beigetragen haben.

Arne Sigmund
Oberbürgermeister



1906 bis 1921
Aufbau von Rasmussens Werk - Vorstufe des Motorradwerks

1906 Jörgen Skafte Rasmussen (1878 - 1964) erwirbt für die Firma Rasmussen & Ernst die leerstehende Barth'sche Tuchfabrik im Dischautal in Zschopau. Es werden Armaturen, Haushalt- und Werkstattgeräte und Kraftfahrzeugzubehör hergestellt. 20 Beschäftigte.
1912 Umbenennung in Zschopauer Maschinenfabrik J. S. Rasmussen. Gemeinsame Gründung der Elitewerke AG in Brand-Erbisdorf mit Direktor Günther von den Chemnitzer Presto-Werken.
1914-1918 Herstellung von Zündkapseln und Granatzündern. Ausbau der Fabrikanlagen, ab 1915 elektrischer Betrieb. Anwachsen der Beschäftigtenzahl von 40 auf 450, darunter viele Frauen.
1916 Entwicklung eines Dampf - Kraft - Wagens mit Unterstützung des dänischen Landsmannes, Ingenieur Matthiessen.
1919 Bau von Zweitakt-Spielzeugmotoren nach Konstruktion von Ingenieur Hugo Ruppe: Des Knaben Wunsch. Gründung einer Kleinmotorenvertriebs GmbH in Berlin.
1920 Entwicklung des 1 PS Fahrradhilfsmotors durch Ruppe: Das Kleine Wunder, der ab 1921 serienmäßig gefertigt wird. Umbenennung in Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen.
1921-1922 Bau der DKW-Sesselmotorräder Golem und Lomos. Hermann Weber als Leiter der Konstruktionsabteilung eingestellt, Technischer Direktor Blau. Durch Einstellung entlassener Soldaten 600 Beschäftigte.
1921 DKW-Fahrer belegen bei der 800 Kilometer langen Reichsfahrt von Berlin nach Heidelberg die ersten drei Plätze auf Serienmodellen.

 

1922 bis 1931
Expansion zum DKW-Konzern
1922 Mit dem Bau des "Reichsfahrtmodells" beginnt die eigentliche Motorradproduktion in Zschopau. Dr. Carl Hahn Leiter des Vertriebs und der Werbung.
Juli 1922: 20.000ster DKW-Motor und 2.000stes DKW-Motorrad.
1923 Gründung der Zschopauer Motorradwerke J. S. Rasmussen Aktiengesellschaft. Die Erfolge von DKW bei den Reichsfahrten 1922 und 1923 werden wiederholt. Der Konstrukteur des erfolgreichen Motorrads, Hermann Weber, demonstriert selbst als Rennfahrer die Leistungsfähigkeit der von ihm entwickelten Maschinen. Neben ihm vertreten Hans Sprung, Hans Winkler, Kurt Friedrich und Richard Blau erfolgreich DKW.
1924 Mit dem DKW-Motorradmodell SM wird die technische Basis für eine beispiellose Entwicklung in der Geschichte des damaligen Motorradbaues begründet. Erstmals Schulungen von Kundendienstmonteuren. Einweihung des Verwaltungsgebäudes.
Produktion des 50.000sten Motorrades.
1926 Tiefgreifende Rationalisierung der Fertigung: Erster Motorradbau an einem mechanisch angetriebenen Montage-Fließband: E 206. Kauf der ehemaligen Moll-Werke in Scharfenstein. Bau des ersten DKW-Zweizylinder-Motorrads und eines Versuchs-PKW. Mit den ab 1926 gebauten Ladepumpen-Rennzweitaktern (1926: Are 175; 1927: ORe 250) konnten die Fahrer Arthur Geiss, Arthur Müller, Hans und Walfried Winkler deutsche Straßenmeisterschaften für DKW gewinnen.
1927 Kauf der Rickenbacker-Motorenproduktion in Detroit (USA), die aber zu einem Fehlschlag führt. Ausstellung eines bei der Frankenberger Tochtergesellschaft Framo gefertigten Kleinlastrades mit DKW-Motor auf der Internationalen Automobilausstellung. Gründung einer Rennabteilung mit August Prüssing als Leiter. Hans Sprung wird Deutscher Meister in der Klasse bis 175 ccm
1928 Übernahme der Aktienmehrheit der Schüttoff AG Chemnitz, Kauf der Eisengießerei Erla und des gesamten Aktienpaketes der Audi-Werke AG Zwickau. Der DKW-Konzern wird zur größten Motorradfabrik der Welt dieser Zeit.
Tagesproduktion: bis zu 300 Motorräder und 350 Motoren.
Jahresumsatz: 43.316 Motorräder; 2.357 Beschäftigte.
1928-1929 Bau der DKW-Siedlung in Zschopau
1929 Werkserweiterung und Zweigwerke in Annaberg, Chemnitz, Erla, Frankenberg, Marienberg, Scharfenstein, Spandau, Wittigsthal, Zöblitz und Zwickau.
Höhepunkt der Motorradproduktion: 60.000.
Alle 78 Sekunden ein Motorrad bei DKW.
6.000 Beschäftigte.
Kurt Friedrich Deutscher Meister in der Klasse bis 250 ccm, Arthur Geiss gewinnt den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring bis 175 ccm. Mit drei 500 ccm DKW-Maschinen gewinnen Klein, Zündorf und Geiss die Targe Florio auf Sizilien.
Mit der Halbliter-Rennmaschine PRe 500, die mit ihrem Zweizylindermotor 27,8 PS bringt, die 1931/1932 auf 36 PS gebracht werden, gibt es zwischen den DKW- und BMW-Fahrern spannende Auseinandersetzungen.
Bau von Personenkraftwagen P 15 auf Basis des wassergekühlten Zweizylinder-Motorradmotors des Modells DKW Z 500.
1930 Die Weltwirtschaftskriese führt auch bei DKW zu einem Rückgang im Verkauf: 36.000 Motorräder. 1932 - 11.000 Motorräder. Teilweise Auffang der Verluste durch breite Produktionspalette PKW, Motorräder, Kühlschränke, Stationärmotore, Kfz-Zubehör.
Massenentlassungen von Beschäftigten: nur noch 850 in Arbeit.
DKW-Sportwagen mit 500 ccm Ladepumpenmotor stellen in Frankreich 12 internationale Klassenrekorde auf.
1931 Serienanlauf der vorderradgetriebenen Kleinwagen DKW F 1 (Front) im Audi-Werk Zwickau, mit dem das Geschäft angekurbelt werden soll. Verlust aber per 31. Oktober 1931: 3,92 Millionen Reichsmark.

 


1932 bis 1945
Auto Union AG - Werk DKW
1932 Ab 01.01.1932 treten die fusionierten Audi-, Horch- und DKW-Werke unter dem Firmennamen Auto Union AG auf. Hinzukauf der Automobilabteilung der Wanderer Werke Chemnitz. Mit Fabrikationsstätten in Berlin-Spandau (Holzkarosseriebau), Siegmar (Automobilbau), Zschopau (Motoren- und Mototrradbau) und Zwickau (Automobilbau) mit 4.500 in diesen Werken tätigen Beschäftigten ist ein großer deutscher Fahrzeugkonzern entstanden. Filialen und Kundendienstwerkstätten werden zur Auto Union Filialen GmbH zusammengefaßt.
Dr. Ingenieur Herbert Venediger wird Leiter der Entwicklungs- und Versuchsabteilung in Zschopau. Mit dem Erwerb der Allein-Lizenz des von Professor Schnürle entwickelten Umkehrspülungsverfahrens erlangt DKW die Grundlagen für eine neue Generation von Zweitakt-Motoren.
1933 Die Belebung des Umsatzes führt zur Neueinstellung von Beschäftigten.
Im Zschopauer Werk und bei Rota arbeiten 1.699 Beschäftigte, 9.300 Motorräder werden produziert.
1934 Rasmussen wird aus dem Vorstand, der von ihm, Dr. Richard Bruhn (Sächsische Staatsbank) und C. D. Freiherr von Oertzen (Wanderer-Werke) gebildet worden war, per 31.12.1934 ohne Begründung und Einhaltung von Fristen durch Kündigung ausgeschlossen. Erst 1938 erfährt er durch Schiedsspruch eine Teilentschädigung von 1,3 Millionen Reichsmark.
Die Auto Union beschäftigt in 12 Werken über 13.000 Arbeiter und Angestellte. Sie wird mit einem Großteil ihrer Fertigung in das anlaufende Rüstungsprogramm einbezogen. Im DKW-Werk in Zschopau 3.340 Beschäftigte, darunter eine kleine antifaschistische Widerstandsgruppe.
350.000stes Motorrad produziert, 23.523 DKW-Motorräder in Deutschland zugelassen (31,4 Prozent aller Zulassungen)
1935 William Werner (Horch) nimmt Rasmussens Posten im Vorstand ein. Die Verwaltung und verschiedene Abteilungen der Auto Union werden von Zschopau nach Chemnitz verlagert.
Die Zulassung von DKW-Motorrädern steigt auf 36.847 (35,9%).
Über 5.000 Motorradhändler in Europa und Übersee verkaufen DKW-Maschinen.
Die Rennerfolge von DKW steigen von Jahr zu Jahr. 1935 werden in 20 nationalen und internationalen Rennen 20 Siege errungen. Arthur Geiss wird Deutscher- und Europa-Meister in der 250 ccm Klasse.
1936 Durch die Autarkiebestrebungen des nationalsozialistischen Vierjahres-Planes und den daraus resultierenden Devisenmangel ergeben sich Schwierigkeiten bei der Auslieferung - Mangel an Motorradreifen. Das führt zu zeitweiliger Kurzarbeit.
Zulassung von 43.581 DKW-Motorrädern in Deutschland (34,6%).
38 Siege werden mit DKW-Rennmaschinen errungen und in 4 von 5 Klassen werden die Fahrer Kluge, Müller, Braun und Karmann Deutsche Meister.
1937 Der Export von DKW-Motorrädern steigt von 11.367 auf 15.170 im Jahr 1938. Durch den Devisenerlös erhöht sich die Zuweisung von kontingentiertem Rohmaterial. Die Umsätze der Auto Union AG sind von 40 Millionen Reichsmark im Geschäftsjahr 1931/1932 auf 270 Millionen Reichsmark 1937/1938 gestiegen.
Ewald Kluge erreicht mit seiner 250 ccm DKW-Maschine die Rekordgeschwindigkeit von 183,2 km/h.
1938 Die Zahl der Beschäftigten der Auto Union wächst auf 22.673. Der Exportumsatz beträgt 38 Millionen Reichsmark. 44.637 DKW-Motorräder werden in Deutschland zugelassen (29,3%). Das DKW-Modell NZ 350 wird in großen Stückzahlen an die Wehrmacht ausgeliefert, die Termine sind mit den Kriegsplanungen abgestimmt.
Baubeginn für eine neue Arbeitersiedlung für DKW auf dem Zschopenberg - "Neue Heimat".
Ewald Kluge wird auf der DKW-Drehschieber 250 ccm Deutscher- und Europa-Meister.
4.316 (3.935 Arbeiter und Angestellte + 381 Lehrlinge) sind bei DKW beschäftigt.
1939 Die Zulassung von DKW-Motorrädern sinkt infolge der Kriegsvorbereitungen und des Kriegsbeginns auf 36.457 (30,6%). Durch Einberufung sinkt die Beschäftigtenzahl auf 4.100 ab. Die unter Leitung von Hermann Weber konstruierte RT 125, die an die Stelle der RT 100 tritt, leitet eine neue Ära im Motorradbau ein. Sie wird nach dem Krieg das am meisten kopierte und nachgebaute Motorrad der Welt.
Das 500.000ste Motorrad läuft vom Band. Im 2. Halbjahr wird wegen des Krieges die Produktion von zivilen Luxusmodellen eingestellt.
Die Rennabteilung wird aufgelöst.
1940 Die Produktion der RT 100, die mit 72.000 Stück das am meisten verkaufte DKW-Motorrad war, wird zugunsten der RT 125 und der NZ 350 eingestellt.
Die Beschäftigtenzahl sinkt auf 3.900.
Anstelle der laufend zurückgehenden Motorradproduktion steigt die Fertigung von stationären Motoren für Löschaggregate und Wehrmachtsbedarf. Die Produktion von Flugmotorenteilen für die Auto Union-Tochtergesellschaft Mitteldeutsche Motorenwerke Taucha (MIMO) wird im DKW-Werk aufgenommen.
1941 Die Auto Union kann durch Rüstungsproduktion ihren Umsatz von 1939 260 Millionen Reichsmark auf 392 Millionen Reichsmark steigern. Die Auto-Union-Direktoren Dr. Bruhn und Werner sind als Mitglieder staatlicher Lenkungsorgane führend an der Leitung der deutschen Kriegs- und Rüstungswirtschaft beteiligt.
33.646 stationäre DKW-Motoren und 20.254 DKW-Motorräder werden produziert. Die RT 125 wird als Wehrmachtsausführung gefertigt.
1942 Nur noch 7.000 DKW-Motorräder verlassen das Werk. Dagegen nimmt der Anteil an der Flugmotorenproduktion der MIMO stark zu. Zu den 3.500 Beschäftigten zählen in wachsendem Maße Arbeitskräfte aus den von der Wehrmacht besetzten Ländern und Kriegsgefangenen, für die in Zschopau Barackenlager und Gasthöfe als Unterkünfte ausgebaut werden.
1943 Der Umsatz der Auto Union steigt auf 540 Millionen Reichsmark. Der Gewinn wird zu zweimaligen Aktienkapitalerhöhungen auf 30 Millionen Reichsmark genutzt.
1944 Der Auto-Union-Umsatz erreicht mit 740,25 Millionen Reichsmark seinen Höchststand. Die Gewinne werden zum Kauf oder zur Aktienbeteiligung an vielen Unternehmen in Deutschland oder besetzten Ländern genutzt. Unter den auf 3.800 angestiegenen Beschäftigten des DKW-Werkes sind neben 893 sogenannten Fremdarbeitern ab Herbst 500 jüdische Frauen und Mädchen aus Auschwitz, die ein Arbeitskommando des Konzentrationslagers Flossenberg bilden, eingesetzt.
1945 Das Werk entgeht durch glückliche Umstände der Bombardierung durch die alliierten Luftstreitkräfte, dafür trifft es die DKW-Siedlung und das Ledigenwohnheim, wo Tode zu beklagen sind.
Am 14. April werden die KZ-Häftlingsfrauen aus Zschopau und Wilischthal in offenen Güterwaggons abtransportiert. Viele überleben diesen Todestransport nicht. Vor den im Rahmen der Prager Operation herannahenden sowjetischen Truppen flüchtet der Auto-Union-Vorstand aus Chemnitz in das von den amerikanischen Truppen besetzte Zwickau. Sowjetische Truppen besetzen am 8. Mai Zschopau.

 

1945 bis 1950
Demontage und Neuanfang in Wilischthal
1945 Am 3. Juli beginnt die Demontage des DKW-Werkes auf Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht.Der gesamte Maschinenpark wird verpackt und in die Sowjetunion abtransportiert. Die Sprengung der Werksgebäude kann durch einige ehemalige Werksangehörige mit Unterstützung des Bürgermeisters Heinz Seidel nach Verhandlungen mit der sowjetischen Besatzungsverwaltung verhindert werden. Eine Gruppe von Ingenieuren mit Hermann Weber, Heydenreich und Schmidt wird zum Aufbau der demontierten Werksanlagen nach Ishewsk gebracht. Sie kehren 1948 zurück. Hermann Weber stirbt in Ishewsk.
24. September - eine Gruppe von Arbeitern und Angestellten gründet die "Maschinenbaugenossenschaft (DKW) e.G.m.b.H. Zschopau". Mit 39 veralteten Maschinen werden Küchen- und Imkergeräte, Ofengestelle und Werkzeuge, vor allem zur Brennholzgewinnung, gefertigt. Eine Fertigungsstätte auf dem Zschopauer Bahnhofsgelände führt Reparaturen an beschädigten Eisenbahnwaggons aus.
Beschäftigungszahl Ende Oktober: 150.
Ende des Jahres Überführung der Genossenschaft in das "Sächsische Aufbauwerk".
1946 Im Frühjahr wird der Betrieb aufgrund des SMAD-Befehls 170 mit der Ersatzteilfertigung für das gesamte DKW-Programm beauftragt. Fertigung in vier Werkhallen. Im sowjetischen Konstruktionsbüro 10 in Chemnitz beschäftigen sich die Ingenieure Bang, Bergauer, Prüssing u.a., insgesamt 70 Personen, mit der Neukonstruktion von Motorrädern und dem Musterbau. Bis August werden als Reparaturen 632 Motoren E 203 produziert. Zur Leipziger Herbstmesse werden stationäre DKW-Motoren ausgestellt. Durch Volksentscheid in Sachsen wird am 30. Juni die Auto Union AG enteignet. Mit dem 1. Juli erfolgt die Eingliederung des DKW-Werkes in die Industrie-Verwaltung Fahrzeugbau unter der Firmenbezeichnung "IFA-Motorradwerk Zschopau".
271 Beschäftigte.
Ende des Jahres Verlagerung des Betriebes nach Wilischthal von der Besatzungsmacht angeordnet. Betriebsbezeichnung: "IFA-Werk DKW, Grießbach, Post Wilischthal".
1947 Die ebensfalls durch Volksentscheid enteigneten Werke 1 und 2 der Metall-Industrie GmbH (Blauwerke) werden von der Industrie-Verwaltung 19 dem DKW-Werk übereignet. Durch Vergrößerung der Betriebsfläche, aber ernster Mängel an maschineller Ausrüstung, Rohmaterialien und Finanzmitteln.
Entwicklung eines Leichtmotorrades L 60, das aber als Fehlkonstruktion verworfen wird. Im sowjetischen Konstruktionsbüro wird eine 250 ccm Maschine mit 2-Zylinder-Boxermotor und Kardanantrieb konstruiert.
1948 Wiederaufnahme der Produktion der RT 125 wird vorbereitet. Nach der Währungsreform im Juni allmähliche Verbesserung der maschinellen Ausrüstung des DKW-Werkes.
1949 05.09. - Freigabe des Motorradwerkes Zschopau für die Motorradproduktion durch die SMAD. Ausstellung von 3 RT 125 auf der Leipziger Frühjahrsmesse. Ansteigen der Belegschaftszahl von 398 auf 445.
Der im IFA-Versuch tätige Ingenieur Kurt Kämpf und der ehemalige OD-Werksfahrer Hermann Scherzer entwickeln eine IFA-RT-125-Rennmaschine, die erstmalig im Juli beim "Stralsunder Bäderrennen" eingesetzt wird.

 


1950 bis 1990
Wiederbeginn nach dem 2. Weltkrieg bis zur politischen Wende
1950 27. März - Eröffnung des IFA-Lehrkombinats im ehemaligen Hauptwerk in Zschopau. Im Laufe des Jahres kehren auch die Produktionsabteilungen aus Wilischthal nach Zschopau zurück und richten in den Hallen 6, 7, 13, 14, und 15 die Fertigung ein. Es werden 1.700 RT 125 produziert.
12. Juni - Gründung der Betriebssportgemeinschaft BSG Motor Zschopau. Leiter ist Albin Hennig.
Erster Export von 110 RT 125 in die Niederlande und 150 nach Norwegen. Ende des Jahres Bau eines Versuchsmodells der BK 350.
Mit einer RT 125 wird der 3. Platz in der gesamtdeutschen Straßenmeisterschaft dieser Klasse errungen.
1951 Erhart Krumpholz siegt als Spitzenfahrer mit der RT 125 bei mehreren Rennen. Er unterliegt auf der Solitude Ewald Kluge (DKW/Ingolstadt) nach hartem Rad-an-Rad Duell nur knapp.
Ab 1. Oktober darf laut ministerieller Weisung der Firmenname DKW nicht mehr verwendet werden.
1952 Anlauf der Produktion der BK 350 (Zweizylinder-Zweitakt-Boxermotor mit Kardanwellenantrieb, 15 PS) - Nullserie.
728 Arbeiter und Angestellte.
8.135 Motorräder (8.104 RT 125, 31 BK 350) gefertigt.
Erhart Krumpholz wird DDR-Meister der 125er-Klasse. Bernhard Petruschke gewinnt auf der durch Daniel Zimmermann verbesserten RT 125 ZPH mehrere Rennen.
1953 Das Lehrwerk wird dem Hauptwerk des VEB Motorradwerk Zschopau angeschlossen.
Bildung einer Rennabteilung unter Leitung von Walter Kaaden und mit den Fahrern Erhard Krumpholz, Horst Fügner und Siegfried Haase, zu denen später Bernhard Petruschke hinzu kommt. Vier Siege in der 125er-Klasse werden durch Fügner, Haase und Kaaden errungen.
1954 Inbetriebnahme der vollautomatischen Taktstraße zur Bearbeitung von Gehäusehälften. Fertigung einer verbesserten RT 125/1.
Fünf Siege mit den 125er-MZ-Rennmaschinen durch Krumpholz und Fügner. Einsatz einer 250 ccm Zweizylinder-Rennmaschine unter Siegfried Haase erstmals auf dem Sachsenring, zunächst noch ohne Erfolg.
Bau eines Kindergartens für die Kinder der Beschäftigten des Motorradwerkes.
1955 29.06. Rudolf Meixner (DDR-Meister im Motorradgeländesport) verunglückt in Isny/Allgäu tödlich.16.10. Erste Motorradgeländesport-Veranstaltung '"Rund um Zschopau". Horst Fügner wird DDR-Meister in der 125er-Klasse und Vizemeister mit der 250 ccm Maschine. Er erzielt auch einige internationale Erfolge.
1956 Mit Jahresbeginn kommt die RT 125/2 auf den Markt. Es erfolgt die Einführung der Firmenmarke "MZ" als Abkürzung von Motorradwerk Zschopau. Im Juni Beginn der Großserienfertigung der ES 250, ab Dezember der ES 175, außerdem des Gespannfahrzeuges E 300. Einbau der Motoren- und Radmontage-Bänder, sowie des alle Produktionsabteilungen durchlaufenden Kreisförderers. Der Einbau von Einlaufprüfständen bringt das Einfahren auf Straßen in Wegfall.
Neben Krumpholz und Fügner erzielt erstmals auch Degner einen Sieg mit der MZ-RE 125. Von 1951 an beteiligt sich MZ mit seinen Zschopauer Zweitaktern werkseitig am Motorradgeländesport, zunächst mit der RT 125 und der BK 350, später auch mit Modellen der ES-Typenreihe, die in der MZ-Sportabteilung wettbewerbsmäßig hergerichtet wurden. Bereits im ersten Jahr ihrer Teilnahme gelingen der MZ-Geländesportmannschaft 9 Klassensiege durch Fischer, Sprung, Liebe und Winkler.
1957 Umzug des Lehrwerks in die Betriebsstätte Waldkirchner Straße. 304 Lehrlinge werden in Metallberufen, 124 kaufmännisch ausgebildet. MZ-Versuchsingenieure testen einen Wankelmotor in der BK 351.
Die Beschäftigtenzahl ist auf 3.000 Arbeiter und Angestellte im MZ-Werk gestiegen.
Produktion: 35.045 RT 125/2, 5.410 ES 175, 10.050 BK 350, 4.040 ES 250.
Degener kann bei 7 nationalen und internationalen Rennen den Sieg in der 125er-Klasse erzielen. Horst Fügner siegt mit der MZ 250 ccm in Tubbergen.
1958 Weiterentwicklung der 125er MZ zur RT 125/3 und RT 125/4. Zur Jahreswende 1958/59 Übernahme der Gießerei Annaberg.
Neben Fügner und Degner wird der Schweizer Luigi Raveri für MZ bei Weltmeisterschaftsläufen eingesetzt, an denen sich MZ erstmals beteiligt. Durch Werner Musiol, Walter Brehme und Hans Fischer, die an die Stelle der alten MZ-Rennfahrergarde treten, stehen weitere talentierte MZ-Werksfahrer zur Verfügung. Fügner erringt auf der neuen MZ-RE 250 einen Grand Prix Sieg und die Vizeweltmeisterschaft. Neben 17 Goldmedaillen durch Fischer, Hermann und Stiegler holt sich Fischer im Motorgeländesport bei der Zwei-Tage-Fahrt in Suhl den Klassensieg.
1959 Die Produktion der BK 350 läuft aus. Von den insgesamt 41.000 gefertigten BK 350 gingen 6.000 in den Export, von den 35.000 in der DDR verkauften waren ca. 4.000 für den Anbau von Seitenwagen vorgesehen. Ende des Jahres begann auch eine Kleinserienproduktion von Geländemaschinen. Mit MZ-Rennmaschinen werden 17 Siege errungen, davon 5 von Degner, je 2 von Fügner und Brehme, Fügner stürzt in Spa-Francorchamps sehr schwer und muß seine Rennfahrerlaufbahn beenden. Auch ausländische Rennpiloten fahren die Zschopauer Rennzweitakter: Mike Hailwood, Gary Hocking, Derek Minter. Von den Motorradgeländefahrern, zu denen in diesem Jahr erstmals Werner Salevsky gehört, werden 37 Goldmedaillen geholt.
1960 In Hohndorf wird die MZ-Sportabteilung eingerichtet. Wieder gelingen den Fahrern auf den MZ-Straßenrennmaschinen 17 Rennsiege, davon 7 durch Degner, 6 durch Hans Fischer und 3 durch Werner Musiol, der auch DDR-Meister in der Klasse bis 250 ccm wird. Klaus Halser gewinnt die DDR-Meisterschaften im Motorgeländesport der Klasse bis 125 ccm. Zu den MZ-Geländesporterfolgen zählen 4 Klassensiege und 30 Goldmedaillen.
1961 01.10. Eröffnung des Zweitakt-Motorrad-Museums auf der Augustusburg, an dessen Entstehung Kundendienstleiter Rudolf Hiller große Verdienste hat.
Mit 12 Klassensiegen und dem Gesamtsieg bei der Österreichischen Alpenfahrt durch Werner Salevsky und bei der Internationalen Zweitagefahrt in Oerebro/Schweden durch Horst Liebe sowie 28 Goldmedaillen machen die Zschopauer Geländesportler immer nachdrücklicher auf sich aufmerksam. Nach erfolgreichem Verlauf der Straßenrennsaison für MZ bis zum Herbst (14 Siege durcch Brehme, Fischer, Musiol und Degner) macht Degner beim vorletzten Weltmeisterschaftslauf die Hoffnung auf den Gewinn der Weltmeisterschaft in der 125er Klasse zunichte, indem er das Triebwerk seiner MZ zerstört. Gekauft, verläßt er MZ und übergibt wichtige Konstruktionsunterlagen an Suzuki.
1962 Mit Jahresbeginn läuft die Produktion der RT 125 aus. In 12jähriger Produktion wurden 310.800 Motorräder dieser Type gefertigt, von denen 64.000 in den Export gingen. An ihre Stelle tritt die ES 125/150. Die ES 175/1 erschien wie die ES 250 mit verstärkter Motorleistung. 03.12. Inbetriebnahme der neuen Galvanik.
Die MZ-Straßenrennmannschaft kann durch Fischer, Brehme, Musiol, den Ungarn Szabo und erstmals Klaus Enderlein 15 Siege erringen. Auch die Geländesportler erreichen 7 Klassensiege und erneut den Gesamtsieg bei der Österreichischen Alpenfahrt durch Werner Salevsky.
1963 In der Polierschleiferei ist durch Einsatz mechanisierter Schleifeinrichtungen manuelle Fertigung weitgehend beseitigt. Es erfolgt der Einbau einer automatisierten Phosphatieranlage und einer Fließstraße mit elektrostatischer Lackierung und Infrarot-Trockenöfen.
In die 9 Siege der Straßenrennsportler auf MZ teilen sich Enderlein, Fischer, Musiol, Szabo und Mike Hailwood. Mit dem Gewinn der Trophy bei der Internationalen Sechstagefahrt in Spindleruv Mlyn/CSSR durch die DDR-Nationalmannschaft - alle auf MZ - mit Werner Salevsky, Peter Uhlig, Bernd Uhlmann, Horst Lohr, Hans Weber und Günter Baumann beginnt eine beispiellose Erfolgsserie, die mit fünf weiteren Trophy-Siegen fortgesetzt wird:
1964 Erfurt - DDR-Mannschaft in gleicher Besetzung wie 1963
1965 Isle of Man/England - Neu dabei: Karlheinz Wagner
1966 Schweden
1967 Zakopane
1969 Garmisch-Partenkirchen
1964 Von den 18 Siegen im Straßenrennsport zählen der von Alan Shepherd auf der Viertelliter-MZ in Daytona/USA herausgefahrene Sieg beim Weltmeisterschaftslauf besonders. Mit Heinz Rosner und Dieter Krumpholz sind weitere talentierte Fahrer zum MZ-Werks-Rennteam gestoßen.
1965 Nach Betriebsteil Mühlbach (1963) kommt das Lager Niederau zu MZ. Das Motorradwerk Zschopau erreicht die höchste Jahresproduktion an Motorrädern: 90.000 Stück. - ES 125 - 44.000, ES 175 - 15.000, ES 250 - 31.000.
Von 1961 bis 1971 werden 256.928 MZ Motorräder exportiert. Viele Neuerungsvorschläge von Werksangehörigen bringen Nutzen in Millionenhöhe. Die Fertigungszeit pro Motorrad (ES 250) wird von 28,7 Stunden (1961) auf 24,2 Stunden gesenkt.
1966 W. Salevsky gewinnt nach 1961, 1962 den Alpenpokal zum dritten Mal.
1967 Peter Uhlig, Bernd Uhlmann und Karlheinz Wagner holen sich die Europa-Pokale.
1968 Peter Uhlig auf MZ 175 und Werner Salevsky auf der MZ 250 werden Europameister im Motorgeländesport.
1969 Als verbesserte Modelle werden die ES 125/1 und 150/1 gefertigt. Mit den gleichen Motoren wie die ES-Typen rollen die ETS-Modelle mit Telegabelfahrwerk vom Band. Mit der MZ ETS 250 wird die Ablösung der MZ-Vollschwingenfahrzeuge eingeleitet.
1970 21.06. - Das Einmillionste MZ-Motorrad seit 1950, eine ETS 250 Trophy-Sport, ist fertiggestellt. 29.200 MZ-Motorräder kommen zum Export.
Das Motorradwerk Zschopau wird bei Gründung des IFA-Kombinats für Zweiradfahrzeuge Suhl diesem zugeschlagen. Dadurch erfolgt statt einer Verkürzung eine Verlängerung der Verwaltungswege.
1971 Fred Willamowski wird Europameister in der Klasse über 350 ccm. Die MZ-Mannschaft erreicht bei den Six-Days den 3. Platz. Der Export von MZ-Motorrädern erreicht 50 Prozent. Kunden in 65 Ländern kaufen die Zschopauer Motorräder.
1972 Dem Motorradwerk werden die ehemaligen Privatbetriebe Fa. Grünert, Hetzdorf und Fa. Stoye, Leipzig, angegliedert.
1973 Beginn der Produktion der Typenreihe TS 150.
1974 Die MZ-Mannschaft kommt bei der Internationalen Sechstagefahrt auf einen hervorragenden 2. Platz. Frank Schubert wird nach 1971, 1972 zum dritten Male Vizeeuropameister in der Klasse bis 250 ccm.
1975 Von 1971 bis 1975 werden 410.000 MZ-Motorräder produziert. 1975 allein 92.000 Stück, davon 45.000 für den Export.
1976 Eine weiterentwickelte TS 250/1 mit Fünfganggetriebe geht in Produktion. MZ beendet das Engagement im Straßenrennsport.
1977 Die ES 125/150 wird nach 15 Jahren aus dem Programm genommen. Mit 340.500 Stück ist diese Type ES 150 und ES 150/1 das bisher am meisten produzierte Modell des Motorradwerkes Zschopau.
1978 Betriebsteile in Gornau und Brand-Erbisdorf werden dem Motorradwerk Zschopau angeschlossen. Manfred Jäger wird Europameister auf MZ 500/G.
1981 Die ETZ 250 geht ab April in Serie und löst die seit 8 Jahren gebaute TS-Reihe ab. Der Motor dieses Modells bringt 21 PS Leistung. Damit beginnt die Erneuerung der gesamten Produktionspalette. Eine erste Produktionshalle am Neubaustandort Hohndorf wird in Betrieb genommen.
In den Jahren 1981, 1983 und 1984 werden Jens Scheffler, 1983, 1984 und 1985 Harald Sturm Europameister ihrer Klassen.
1982 83.000 Motorräder werden produziert, davon 58.000 für den Export in das sogenannte Nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet (NSW), 14.000 in RGW-(Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe)-Staaten und nur 11.000 bleiben für den Verkauf in der DDR.
1983 07.07. - Das Zweimillionste MZ-Motorrad läuft vom Band.
1985 Von der TS 150 werden von 1973 bis 1985 insgesamt 326.000 Stück produziert.
1987 Obwohl die Kapazitäten nicht restlos ausgelastet sind, werden täglich im Zschopauer Motorradwerk 300 Maschinen vom Band gelassen. Mangel an Material und Arbeitskräften verhindern eine höhere Produktionszahl.
Zur 62. Internationalen Sechstagefahrt in Jelenia Gora/Polen gewinnen MZ- und Simsonfahrer in der DDR-Nationalmannschaft erneut die Enduro-Weltmeisterschaf. Auch die Junioren erringen den Weltmeistertitel.
1988 Mit der Inbetriebnahme einer neuen Produktionshalle und des Heizhauses wird der Standort Hohndorf weiter ausgebaut. 14.12. - Mit der ETZ 251 wird das letzte serienmäßig gebaute Modell zum Produktionsanlauf gebracht.
1989 Beim 35. "Rund um die MZ-Stadt Zschopau" holt sich Uwe Weber den Gesamtsieg vor Harald Sturm.
Ende des Jahres erfolgt der Probelauf eines MZ-Viertakters.
1990 05.03. - Die Vertrauensleutevollversammlung nimmt zur Situation bei MZ Stellung. Die Betriebsleitung hofft, die Arbeitsplätze für 3.200 Beschäftigte erhalten zu können und eine Produktion von 70.000 Motorrädern zu erreichen. Angesicht der bevorstehenden Einbeziehung in das DM-Gebiet und damit in das kapitalistische Wirtschaftssystem werden aber Schwierigkeiten im Absatz und damit in der Arbeitsplatzsicherung befürchtet. (Aber keiner ahnte, was dann wirklich kam.) Die MZ-Betriebsschule feiert ihr 50jähriges Bestehen. Tausende junge Facharbeiter wurden ausgebildet. Seit 30 Jahren erfolgte im Motorradwerk auch polytechnischer Unterricht.
09.07. - Nach der Währungsumstellung auf DM nimmt die "Treuhand" ihre Arbeit zur Privatisierung der ehemals volkseigenen Betriebe auf.
01.09. - Umwandlung des VEB Motorradwerk Zschopau in eine GmbH, von der "Treuhand", der einzigen Gesellschafterin, überwacht.
Insgesamt wurden bei MZ von 1950 bis 1990 2.545.112 Motorräder produziert. "Rund um Zschopau" wird als Weltmeisterschaftslauf durchgeführt. 138 Endurospezialisten aus 9 Ländern sind am Start.
Das Wegbrechen des bisherigen Absatzmarktes in den ost- und südosteuropäischen Staaten führt zu drastischem Produktionsrückgang und zur Entlassung vieler Arbeitskräfte.

 

1991 bis 1997
Liquidation des Motorradwerkes Zschopau - Neubeginn durch MuZ und MZ-B
1991 nur noch 1950 Beschäftigte im Motorradwerk.
19.11. - Das von der "Treuhand" vorgelegte Sanierungskonzept sieht eine Motorradfertigung mit nur noch 250 Beschäftigten vor. Die Betriebsleitung verweigert diesem Konzept, das radikales Schrumpfen der Fertigung mit Massenentlassungen bedeutet, ihre Zustimmung.
18.12. - Die "Treuhand" beschließt die Liquidation des Betriebs mit Jahresende. Dem Betriebsrat gelingt es, einen Aufschub der Liquidation bis 30.06.1992 zu erreichen. Bedingung: Die Beschäftigten müssen 10 Prozent des Lohnes als zinsloses Darlehen dem Motorradwerk zur Verfügung stellen.
01.04. - Produktionsaufnahme der Typenreihe "Fun".
13.04. - Produktionsaufnahme der Typenreihe "Saxon Tour".
01.07. - Gründung des "Motorrad- und Zweiradwerkes GmbH" (MuZ) mit 80 Beschäftigten. Die Geschäftsführung bei MuZ übernimmt Petr-Karel Korous. Im September wird die neue Modellpalette vorgestellt: "Silver Star Classic 500", Saxon Country", im Oktober die "Skorpion"-Baureihe.
1993 Zeitweilig 250 Beschäftigte. Umzug der Verwaltung in das neugebaute Produktions- und Verwaltungsgebäude in Hohndorf.
1994 Im Februar rollt das letzte Motorrad, eine "Saxon Sportstar" 125 ccm vom Montageband des alten Zschopauer Motorradwerkes. Damit enden 72 Jahre Motorradfertigung im Dischautal. Von nun an wird die Fertigung der "Skorpion", Saxon Country", Saxon Sportstar", "Saxon Tour" und des Elektrorollers "Charly" in Hohndorf durchgeführt
1995 Dem Werk droht erneut das Ende. Die Zweitaktbaureihe (außer 125er "Sportstar") wird an die Türkei verkauft.
1996 Im Altwerk beginnt das Unternehmen "MZ-B Fahrzeug GmbH" die Produktion der "RT 125 Classic", einer "Horex Chopper Imperator 125" und "Horex Regent".
Das malaysische Unternehmen Hong Leong Ind. übernimmt am 01.09.1996 MuZ. Eine Jahresproduktion von zunächst 5.000 Stück wird angestrebt.
Für die Mitarbeiter hat mit der Übernahme eine neue Zukunft begonnen, die den Bemühungen der letzten Jahre um eine Produktionspalette sowie der Firmenphilosophie entscheidende Impulse gibt. Der Einsatzt von hochqualivizierten und motivierten Mitarbeitern, zukunftsorientierten Investitionen in Forschung und Entwicklung in Verbindung mit moderner Fertigung und konsequenten Qualitätswesen kennzeichnen den neuen Weg. MuZ bietet 13 Modelle. Sie basieren auf Baureihen mit 500 ccm und 660 ccm Einzylindermotoren. Konsequent sportliche Motorräder, reisetaugliche Tourenmaschinen, klassische Modelle - darunter auch ein Gespann - sowie neue Funbikes und Enduros sind Beweis für ein ausgewogenes Programm.
Mit dem Enduro Cup-Lauf 1996 "In und um Zschopau" wird eine die Zuschauer begeisternde Form des Motorradsports gefunden.
1997 MuZ baut die Modelle "Country" und "Tour" nur noch auf Bestellung, bringt aber mit den Modellen "Traveller", Replica", "Tour" und "Sport" aus der Reihe Skorpion 660 eine breite Palette von 660 ccm Viertaktern, außerdem neu die Enduro "Baghira", das Funbike "Mastiff" und den Roller "Moskito".
Im Sommer werden bei MuZ die Enduro "Baghira" und das Funbike "Mastiff" in die Serienproduktion überführt.
Im Standort Hohndorf sind 130 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 10 Auszubildende.
1998 Am 09.09. muß die "MZ-B Fahrzeug GmbH" Insolvenz anmelden.
1999 Im Oktober wird bei MuZ die neue RT 125 mit Viertaktmotor vorgestellt. MuZ wird in MZ "rückbenannt".
2000 Beginn der Serienproduktion RT 125 im März. Damit findet erstmals ein in Zschopau entwickelter Viertaktmotor Anwendung.
Im September wird auf der Intermot in München die Studie der MZ 1000 S präsentiert. Außerdem werden die neuen Modelle MZ 125 SM und MZ 125 SX der Öffentlichkeit vorgestellt.
2001 Die Produktion der Modelle 125 SM und 125 SX wird aufgenommen.
2002 Der 10.000ste Elektroroller "Charly" wird bei MZ gefertigt.

 

 
 
 
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