Eingerahmt von wildromantischen Wäldern,
schroffen Felsen und weiten Feldern liegt Zschopau, eine alte Stadt
im mittleren Erzgebirge.
Die Wurzeln des Ortsnamens findet man im gleichnamigen
Fluss. Slawische Siedler bezeichneten ihre Umgebung nach deren Merkmalen.
Der Wortstamm "skapp" von Zschopau mit seiner Bedeutung
"Fels, Klippe" bzw. "spalten, graben" weist
auf die Eigenart des Flusses hin. Der Grund für die Namensübertragung
auf den späteren Ort war, dass gerade an dieser Stelle einer
der "drei böhmischen Steige" den Fluss überquerte.
Es war ein Handelsweg zwischen Leipzig und Prag, auf dem die Kaufleute
das "weiße Gold" transportierten. Dies verlieh dem
Steig auch den Namen "Salzstrasse". Entlang der Steige
erfolgte die Urbarmachung und Besiedlung des dichten "Miriquidiwaldes".
Die erste urkundliche Erwähnung von Zschopau stammt aus dem
Jahr 1286. Doch für die Stadt war der urkundliche Nachweis
von 1292 von größerer Bedeutung, da in dieser Urkunde
Zschopau als "civitas" (befestigte Stadt) bezeichnet wurde.
Doch zuvor schon errichtete man auf einem Bergsporn, zum Schutz
des Flussüberganges und der Straße, einen alleinstehenden
Turm. Dieser ehemalige Wach- und Wohnturm galt lange Zeit als das
älteste Bauwerk von Zschopau (2. Hälfte 12. Jahrhundert).
Seine damalige Größe betrug nur 20 m und der Eingang
befand sich aus strategischen Gründen in 14 m Höhe. Seit
1992 dient er als Aussichtsturm. Durch seine zentrale Lage hat man
einen wunderbaren Blick auf die Stadt und die Umgebung.
Bei Baggerarbeiten auf dem Schloßhof 1999 stieß man
auf eine alte Ringmauer aus der Gründungszeit der Burganlage.
Ihren Bau bescheinigen Archäologen für das Jahr 1170.
Später baute man um den Turm eine Burg. Diese Anlage bot der
jungen Stadt Schutz, der durch eine Stadtbefestigung verstärkt
wurde.
1494/1495 erbaute man die Stadtkirche St. Martin, Rathaus und Stadtmauer.
Zweimal fielen Kirche und Rathaus den Flammen zum Opfer. St. Martin
wurde im Jahre 1751 als barocker Hallenbau auf gotischem Grund wieder
errichtet. Teile der Stadtmauer sind heute noch erhalten.
Neben dem Handel und der Tuchmacherei begann man zu Anfang des 15.
Jahrhunderts in Zschopau mit dem Bergbau. In den hiesigen Schächten
wurde neben Bleiglanz mit geringem Silberanteil auch Eisenerz abgebaut.
Zschopau erhielt 1493 die Privilegien einer "Freien Bergstadt".
Doch das "große Berggeschrei" blieb für Zschopau
aus und konnte mit den neu entstandenen Bergstädten, wie Schneeberg,
Annaberg und Marienberg, nicht konkurieren.
Einblicke in den Bergbau urtümlichster Art, in die Geologie
und Mineralogie erhält man im heutigen Besucherbergwerk Zschopau
mit Bergbaulehrpfad.