Zschopauer Jubiläen 2026 – Teil 1

Vor 575 Jahren – 1451

Der sächsische Kurfürst Friedrich II. (1412 – 1464, Kurfürst seit 1428) verleiht der Stadt die

Marktrechte (Marktgerechtsame): Markt ab dem 02.07. vier Tage und ab dem Martinstag (11. November) eine Woche lang. 1562 wird zusätzlich ein zweiter Wochen- und Jahrmarkt erlaubt, 1705 sogar ein dritter. Die Jahrmärkte finden Ende Februar, Anfang Juli und Mitte November statt, während die Wochenmärkte mittwochs und sonnabends abgehalten werden. Später werden diese Veranstaltungen noch durch spezielle Märkte (z.B. für Korn, Garn, Flachs oder Vieh) ergänzt.

 

Vor 400 Jahren – 1626

Am Friedhof wird ein Bildstock mit einem Kruzifix aufgestellt (heute an der Rückseite der Friedhofskapelle).

 

Vor 275 Jahren – 1751

Die Sankt-Martins-Kirche, die – wie der größte Teil der Innenstadt - dem Stadtbrand vom 08.10.1748 zum Opfer gefallen ist, wird nach dem Wiederaufbau am 28.11.1751 von Magister Johann Christoph Höfer (1702 - 1773, Pastor seit 1751) eingeweiht. Allerdings ist die Kirche noch nicht ganz vollständig: 1755 wird die neue Orgel von Meister Jacob Oertel aus Grünhain und 1798 der neue Kirchturm vollendet. Die Entwürfe für den Turm stammen von den Zimmermeistern August Siegert (Schneeberg) und Johann Christian Leber (Gahlenz). Das heutige Erscheinungsbild der Kirche stammt aus dieser Zeit.

 

Die Inschrift „C.G. Philipp“ verweist auf Carl Gottlob Philipp, seit 1790 Rittergutsbesitzer von

Schlößchen, der vermutlich für den Turmbau erhebliche Mittel gestiftet hat.

 

Vor 225 Jahren – 1801

Carl Wilhelm Gottschald (1801 - 1896), Strumpffabrikant, Stadtrat und Ehrenbürger (1861) in

Zschopau, geboren. Er setzt sich wiederholt für die Armen und Bedürftigen ein. So geht die Gründung des Hospitalfonds, aus dem 1896 ein großer Teil der Kosten für den Krankenhausbau finanziert wird, auf seine Initiative (1863) zurück. Bei seinem Tod im Alter von 94 Jahren ist er nicht nur der älteste Einwohner der Stadt, sondern stellt damit auch einen Rekord in Sachen Langlebigkeit in Zschopau auf.

 

Vor 200 Jahren – 1826

An der Einmündung der Dischau in die Zschopau wird ein Lagerplatz für die Holzflößerei eingerichtet. 1852 verlegt man das Lager auf Antrag des Spinnereibesitzers Jacob Georg Bodemer (1807 – 1888) auf das Gelände an der Zschopaubrücke (Borngraben), wo der Kaufmann Adam Gotthelf Oehme (1747 – 1834) 1779 die zweite Zschopauer Bleiche angelegt hatte. 1869 wird an dieser Stelle das Gaswerk errichtet, die Holzflößerei wird aufgegeben.

 

Bereits 1715 hat der ehemalige Ratschirurgus und Verleger Johann Michael Müller am sog.

Zweigwerkufer die erste Zschopauer Bleiche eingerichtet. Sie geht 1803 an Adam Gotthelf Oehme. 1826 errichtet der Kaufmann Ferdinand Oehme dort eine Spinnerei, die 1845 vom Chemnitzer Kaufmann Hübner erworben wird. Später übernimmt Max Teichmann die Anlage, die 1927 auf dem Wege der Zwangsversteigerung an die Zschopauer Baumwollspinnerei AG geht.

Leberecht Gotthelf Weber (1826 – 1901) wird am 17.06.1826 in Reinsdorf geboren. Von 1842 bis 1847 ist er am Lehrerseminar Freiberg tätig unterrichtet danach an verschiedenen anderen Schulen in Possendorf, Technitz und Großnaundorf. Von 1867 bis 1869 unterrichtet er zusammen mit seinem Kollegen Karl Ehregott Meißner (1830 – 1912) in Zschopau am sog. Proseminar, dem Vorläufer des 1869 eröffneten Lehrerseminars. Danach wirkt er dort als Oberlehrer bis zu seiner Pensionierung 1881. Seinen Ruhestand verbringt er in Kohren, wo er 1901 verstirbt.

 

Vor 150 Jahren – 1876

 

Die 1869 als Einrichtung des Turnbundes gegründete Freiwillige Feuerwehr wird selbständig.

Der Friedhof wird durch Ankauf des städtischen Pestilenzackers (1.700 m²) nochmals erweitert.

Die 1833 eingerichtete Sonntagsschule wird in eine Fortbildungsschule umgewandelt.

Der Albertzweigverein zur Armenkrankenpflege wird am 02.04.1876 gegründet. Er ist nach dem sächsischen König Albert (1828 – 1902, König seit 1873) benannt.

Ludwig Würkert (1800 - 1876), von 1843 bis 1849 Pfarrer in Zschopau, verstirbt am 10.01.1876 in seinem Geburtsort Leisnig. Wegen seiner Beteiligung am Dresdner Maiaufstand wird er 1849 inhaftiert und 1851 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Allerdings wird er 1855 begnadigt und ist ab 1859 als Hotelier in Leipzig tätig. 1871 kehrt er in seinen Geburtsort zurück, wo er als Redakteur tätig ist (siehe Stadtkurier Juni 2018 und März 2025).

Prof. Julius Oswald Offermann wird am 26.12.1876 in Schlegel geboren. Er unterrichtet von 1903 bis 1919 am Lehrerseminar Volkswirtschaftslehre und Buchführung. 1919 wechselt er an die Höhere Mädchenschule Dresden-Johannstadt.