Stolpersteine

Am 03. November 2009 wurden vor dem Gebäude Langestr. 19, jetzt Sanitätshaus „Augustin", drei Stolpersteine für die ehemaligen Besitzer des Gebäudes, Familie Motulsky, in den Gehweg eingelassen.

 

Zur Geschichte

Am 10.11.1938 wurden gegen 05:00 Uhr im damaligen Bekleidungshaus Motulsky alle Fensterscheiben eingeschlagen.
Die Nacht vom 09.11.1938 zum 10.11.1938, in der überall in Deutschland die Fensterscheiben jüdischer Geschäfte mutwillig zerstört wurden, ging als Reichskristallnacht in die Geschichte ein.

Auf der Suche nach Spuren finden wir im Archiv folgenden Eintrag

„Gewerbeanmeldung am 04.09.1912, MOTULSKY, Emil David, 25 Jahre alt aus Zschopau im Hause - Ortslistennummer 45 Langestrasse - Ecke Neumarkt Handel mit Manufaktur-, Kurz-, Woll- und Weißwaren.
Zusätzl. Eintrag: Seit 10.11.38 geschlossen, am 03.03.39 durch den Besitzer abgemeldet."

Das große Leid, das auf diesen letzten Eintrag folgte, kann man kaum ermessen. Denn trotz dass durch organisierte Hilfe 3 Kinder all das schreckliche Geschehen im Ausland überlebten, wurde doch der jüngste Sohn Ludwig und mit ihm seine Eltern in das Konzentrationslager nach Belzek gebracht und dort ermordet.

Auf Initiative von Zschopauer Bürgern, die all die Jahre das Leid, das der Familie und all den anderen Opfern zugefügt wurde nicht verarbeiten konnten, wurden nun zum mahnenden Gedenken von dem Künstler Gunter Demnig die 3 Stolpersteine in den Fußweg verlegt.

An der bewegenden Veranstaltung nahmen mehr als 100 Menschen teil.